Wir sind schon fast bei Rondrigo angekommen, da erscheint eine riesige Schneeeule und spricht mit Vayah. Beiß mich doch der Grottenolm, es war die Tierkönigin der Schneeeulen und sie will uns zu Luzelin vom Blautann bringen, der weidener Oberhexe. Diese wolle uns „zum letzten Mal“ sehen, was auch immer das bedeutet. Und die Eulenkönign besteht darauf, dass wir sofort aufbrechen, da keine Zeit zu verlieren ist. Also die Pferde vor die Kaleschka gespannt, Proviant gepackt und schon sind wir wieder unterwegs. Während wir packen meint Aurelia, dass wir uns dringend unterhalten müssen, wenn wir zurück sind. Ich frag mich die ganze Reise, was ich wohl wieder angestellt habe. Nun, wenn du es so bezeichnen möchtest.
Die Eule treibt uns an, 2 Tage und Nächte geht es ereignislos, aber schnell, zielstrebig und pausenlos zum Blautann. Ich hab so einen Verdacht, warum die Pferde diese Anstrengung durchhalten, doch die eilige Reise verhindert eine magische Analyse.
Am 17. BOR kommen wir morgens am Blautann an und die Eule verlässt uns. Da die Kaleschka nicht in den Wald kann, bleibt Boril zurück und versorgt die Pferde. Wir folgen einem Bach 500 Schritt in den Wald, bis wir auf eine Lichtung stoßen, auf deren anderen Seite sich eine Grotte befindet. Vayah geht voran in die Hütte, der Rest folgt, nur Anjun bleibt zurück. Wir betreten eine Garderobe, danach folgt eine Hexenküche genauso, wie sie sich klein Alrik vorstellt. Auf einer Bank schläft eine alte Hexe – Luzelin – mit ihrem Kater. Sie erwacht als wir eintreten und bittet uns Platz zu nehmen, dann berichtet sie:
- Vor 30 Jahren hatte sie eine Vision von einer großen Gefahr für das Land
- Seither kämpft sie dagegen an
- Sie hat versucht, die Hexen aus Weiden, Tobrien, Albernia und Rhorwed zu vereinen, trotz aller Feindschaften
- Seit 8 Jahren hat sie auf den Hexennächten Vorbereitungen für den heutigen Tag getroffen, wenn wir (?) ankommen
Nota Scienta: Über das, was das Schicksal für uns bereithält, scheint es in der Vergangenheit schon einige Hinweise gegeben zu haben. Wir müssen uns mehr um die Orakel und Prophezeiungen kümmern.
Luzelin kümmert sich um ein Gebräu im bereits blubbernden Hexenkessel, mit dem einer von uns ein Hexenbild erhalten soll. Sie wirkt dabei sehr angestrengt und erschöpft. Um denjenigen von uns auszusuchen, der dem Hexenbild würdig ist, holen wir Anjun herein. Mit einer blutroten Nadel aus Alicorn sticht sie uns allen in den Daumen, bei allen blutet es, nur bei Vayah nicht, unsere Elfe ist die Auserwählte für das Hexenzeichen. Vayah erbittet sich Bedenkzeit, spielt ihr Lied, die Melodie verändert sich, dann ist sie bereit, das Geschenk anzunehmen. Luzelin sticht ihr ein Hautbild, eine Katze, sehr detailliert, die Katze faucht einen unsichtbaren Gegner an. Fast möchte man meinen, das Bild ist lebendig. Das Bild soll den Lebenshauch enthüllen, meint Luzelin, aber nicht ihren, der wurde ihr genommen. Sie schenkt Vayah die Nadel, dann ruft sie noch: „Lasst nicht zu, dass er das Land verschlingt, werft ihn zurück, wo er herkommt.“ Sie bricht zusammen. Gryox versucht, sie zu stützen, da beißt sie ihn in den Hals und entblößt ihre Zähne. Sie ruft noch, wir sollen etwas über sie kippen, was kann ich in dem Tumult nicht verstehen, dann öffnet sich mein Auge mit aller Macht und entblößt die magischen Strukturen. Ich sehe nur noch Gryox, Vayah, Luzelin und ihren Kater, keinen der anderen Gefährten. Über dem Hexenkessel kreuzen sich zwei dieser merkwürdigen magischen Linien. Gryox ruft einen Elementar, der Luzelin am Boden fesselt, dann kippe ich den Inhalt des Kessels über sie in der Hoffnung, das zu erwischen, was sie gemeint hat. Was ich nicht sehen kann ist, dass Anjun mit ihr am Boden gefesselt ist und unter dem heißen Gebräu Schaden erleidet. Dazu wirkt das Gebräu nicht gegen die zur Vampirin gewordenen Hexe. Schließlich erlegt Vayah die Hexe mit einem Kuss. Ihr Kater vergeht in dem Moment, als auch die Hexe stirbt. Luzelin hat die ganze Zeit darum gebeten, einen Kuss zu erhalten. Anjun hat es auch versucht, nur Vayah ist es gelungen. Er hat sie getötete. Aber auch das Wirselkraut hat ihr Schaden zugefügt. War sie also von Rahja und Peraine verflucht?
Nota Scienta: Stehen Hexen der RAHja so nahe? Als Zauberzausel solltest du wirklich besser über die anderen Zauberzausel Bescheid wissen. Ah, vermutlich warst du mal wieder Kreide holen, nicht wahr?
Wir versorgen Anjun. Dann untersuchen wir Gryox, der ist Phex sei Dank, nicht zum Vampir gewandelt. Armatio und Aurelia finden ein Schriftstück, das Testament Luzelins. Sie wurde gestern Abend Opfer eines Vampirs, der sie unter Zwang aufgesucht hat, es gibt nur drei Vampire, die diesen Zwang aufbringen könnten:
- Henker von Greifenfurt Bronn
- Orakel von Purpurberg
- Walmir von Ribesoff, Herr der Acheburg
Die Grotte geht an die nächste weidener Obehexe, wir dürfen uns mitnehmen, was wir brauchen. Außerdem erbittet sie eine Feuerbestattung. Die hätte ich so oder so durchgeführt, daran hätte mich niemand gehindert – nicht einmal ihr letzter Wille.
Während der Feuerbestattung gibt es etwas Aufregung. Nacheinander erscheinen zwei Gruppen von Hexen, die das Erbe der Luzelin einfordern. Die erste wird von Achaz irgendwas, einer Feindin Luzelins angeführt, mit diesen streiten wir. Sie weichen schließlich der zweiten Gruppe von Hexen. Bei diesen ist auch Travine, Gryox Bekannte, die er irgendwie gerufen hatte. Diese wissen noch zu berichten, dass das Vayahs Hexenzeichen ein Zeichen dafür ist, dass der, der jenseits der Zeit verbannt worden ist, zurückkehren wird. Ein Zeichen, das in Menschen hineinblicken kann. Und dass der Träger dieses Zeichen über jeden Lärm zu hören ist und Harmonie erzeugt. Wir veranstalten zusammen eine angemessene Totenfeier. Die Hexen überzeugen Aurelia, Bärentot zu kosten – nicht Aurelias beste Idee. Ich soll sie zukünftig davon abhalten. Ja, besser ist es. Zumindest für eine geraume Zeit, dass ich die Finger davon lasse.
Responsum scientificum: Zumindest für diese Hexen kann man die oben gestellte Frage eindeutig mit „Ja“ beantworten – Spannend.
Am nächsten Morgen frischen wir noch unsere Vorräte auf mit dem, was in der Grotte ist. Vayah und Gryox finden auch Heilkräuter, davon lass ich lieber die Finger. Dann brechen wir auf zurück nach Baliho, zu letzten Vorbereitungen für die Ereignisse am Nachtschatten-Turm.
Zuerst machen wir in Rhodenstein halt. Aurelia und ich suchen den Burgsaß auf, damit dieser uns unterstützt Zugang zum Schwert der Schwerter zu erhalten. In der Burg befindet sich auch Ayla von Schattengrund, mit der wir uns auch noch kurz austauschen. Dann folgen wir den Gefährten in die Dorfschänke. Anjun hat versucht, seine Kleidung wieder herrichten zu lassen, dies ist aber ein sinnloses Unterfangen. So sucht er den örtlichen Schneider auf, der überraschend gut sortiert ist. Anjun stattet sich neu aus, man hat der einen teuren Geschmack. Ich gebe ihm dafür all meine Dukaten (immerhin war es meine Aktion mit dem Kessel, die seine Kleidung zerstört hat). Doch diese decken die Kosten bei weitem nicht. Anjun beginnt ein gnadenloses Gefeilsche, wie ich es noch nicht erlebt habe. Manchmal war ich nicht mal sicher, ob die beiden noch feilschten oder Geschichten austauschen. Am Ende reichen nicht nur meine Dukaten, der Schneider gibt noch etwas obendrauf. Warum muss ich aus deinem Tagbuch erfahren, dass der werte Herr Zauberzausel nun pleite ist?
Dann geht es weiter. Unterwegs sammeln wir einen tulamidischen Magier auf, der bereits an schweren Erfrierungen leidet. Ich war kurz davor ihn umzubringen, vermutete ich doch Liscom – wen auch sonst? In seiner südländischen Kleidung, einem prächtigen, seidenen Zeremonialgewand, ist er nicht dem Wetter gewachsen. Der letzte Balsam in meinem Stab verhindert bleibende Schäden. Ich untersuche ihn, ein Siegel der Pentagramm-Akademie – Elementarismus und Dämonologie. Da er keine dämonischen Verzerrungen hat, muss er ein Elementarist sein. Als er wieder sprechen kann, berichtet er:
- Er ist Dschelef ibn Jassafar, ehem. Spektabilität der Pentagramm-Akademie. Ein in ganz Aventurien bekannter Elementarist
- Er ist der Spur Liscoms von Fasar gefolgt – ich wusste doch, dass er hinter allem steckt!
- Liscom war in Uhdenberg, hatte dort ein Testament hinterlegt
- Liscom war nach seinem Tot ein Nachtalp, hat sich als dieser wieder einen Körper schaffen können – elender Frevler!
- Es gibt Spuren, dass Liscom versucht hat, sich von seinem sterblichen Wesen zu lösen
- Liscom folgte irgendwelchen magischen Linien (bis ins Bornland)
- Er hat in Dragenfels die alte Feste übernommen und wieder hergerichtet
- Korrobar hatte sich Liscom angeschlossen – hoffentlich kommt der nicht wieder!
- Der „Nachtalp-Körper“ Liscom ist als Hamid ben Sejshaban aufgetreten
- Die Orakelsprüche von Festum liefern deutliche Hinweise auf die Ereignisse – du meinst vermutlich die Orakelsprüche von Fasar!
- Dschelef hat für die Ereignisse in Dragenfels ein Horoskop erstellt, das die Ereignisse gut wiedergibt und jetzt aber auch nichts mehr bringt, warum diese Zauberzausel auch immer zu spät dran sind, muss wohl in eurer Natur liegen
- Jetzt ist er mit einem Luftdschinn hierher gereist, um Liscom aufzuhalten. Die ganze Zeit über habe ich ihn hinter alledem hier vermutet. Ihr wolltet mir nicht glauben. Nicht einmal du. Nun habt ihr den Beweis. Es ist Liscom. Er ist wieder da. Und von Mal zu Mal wird er gefährlicher. Es wird nicht seine letzte Wiederkehr sein.
Wie es scheint, hatte Aurelia die ganze Zeit recht mit ihrer Vermutung, dass Liscom erneut wieder aufgetaucht ist.
Anjun kopiert die Fasarer Orakelsprüche
Dschelef ist weiterhin sehr anschlagen, auch wenn wir bleibende Schäden verhindern konnten, so benötigt er doch noch eine ganze Weile, bis er wieder an Deck erscheinen kann. Schließlich kommen wir wieder in Baliho an und finden wieder bei Rondrigo Unterkunft.
Nachtrag: Wir müssen wissen, wie sich das Hexenbild auswirkt. Vayah hat sich aber erbeten, mit der magischen Untersuchung zu warten, bis sie das Bild in ihr Lied aufgenommen hat. Ich bin jetzt schon auf das Ergebnis der Untersuchung gespannt.