Olporter Tagebuch – Gier – 14. BOR 1016
Olporter Tagebuch – Gier – 14. BOR 1016

Olporter Tagebuch – Gier – 14. BOR 1016

Irgendwie war die Nacht etwas kurz. Am Morgen erscheint Vayah, sie hat mein Lied vernommen. Ich staune immer wieder, wie die Elfen das machen. Beim Frühstück besprechen wir uns. Dabei flüchtet Aurelia vor dem Geruch des Fisches, den Celissa ist. Bei dem Gespräch über das Essverhalten von tsagesegneten Frauen, fragt mich Aurelia, ob ich Kinder habe oder mir noch welche wünsche. Ehe wir das vertiefen können erscheint ein Besucher für Aurelia. Armatio von …, ehemaliger Leutnant der Reichsarmee. Groß, blond, wehrheimer Armeehaarschnitt, viel Eisen. Ein Freund von Aurelia, dem ich irgendwie auf der Siegesfeier nach der Orkenschlacht über den Weg gelaufen sein muss, da er mich wiedererkannt hat (peinlich, ich ihn nicht). Um Aurelia zu finden musste er einen Umweg über den PRAiostempel machen. Von dort brachte er ihr ein Päckchen und den Hinweis auf Bibliothek der klugen Undra mit. Er ist auf Aurelias Bitte hier erschienen, um uns zu helfen. Da Aurelia ihn für vertrauenswürdig hält, ist er über jeden Zweifel erhaben. Ich habe ihm bereits vor einiger Zeit geschrieben, dass ich ihn gerne an unserer Seite wüsste, dass wir jemanden wie ihn gut gebrauchen könnten. Konnte ja nicht ahnen, dass sich dieser Verrückte durch den Winter bis zu uns quält. Wäre aber nicht das erste Mal, dass er mir aus dem Schlamassel hilft.

Nach Anjun ist er bereits der Zweite, der sich uns anschließen möchte um die weidener Probleme zu bekämpfen. Und wie Anjun bleibt auch er dabei, nachdem er den gesamten Umfang der Ereignisse kennt. Ob uns das Schicksal die Beiden als Ersatz für Rorlik und Armin geschickt hat?

Wir trennen uns. Ich sortiere die Verbände, Rondrigo und Anjun suchen den RONdratempel, Aurelia und Armatio den PRAiotempel auf. Gryox zeigt Vayah gut gewachsene Bäume, die sie bittet Pfeile für sie wachsen zu lassen. Praios stehe mir bei!

Dann begeben wir uns zur Hütte des Kürschners am Pandlaril, etwas außerhalb der Stadt. Eine einsame Hütte mit einer Scheune und einem Herz-Häuschen, eingeschossig und Dachboden. Aus dem Kamin kommt kein Rauch, die Läden vor den Fenstern sind geschlossen. Zuerst öffnet Anjun die Fensterläden aber hinter den Glasscheiben (!) sind die Vorhänge zugezogen. Dann widmet er sich den Schlössern an Vorder- und Seitentür, er hat echt ein Händchen für solche Dinge.

Nota Coordination: Ich muss mir angewöhnen Aurelia abzulenken, wenn Anjun sein Werkzeug auspackt. Wage es nicht! Ich bin wie mein Herr – wir sehen alles!

Doch beide Türen sind zusätzlich zum Schloss auch noch von innen mit einem schweren Riegel gesichert. An den kommt Anjun nicht heran, also steigt er durch das Fenster ein und öffnet von Innen die Tür. Gryox gibt zu Recht zu bedenken, dass jemand in der Hütte sein muss wenn sie von innen verriegelt ist. Im vorderen Raum (Arbeits- und Wohnraum, sowie Küche). Den hinteren Raum durchsucht zuerst Rondrigo, findet aber niemanden. Daher aktiviere ich das Auge und schaue mich mittels eines veritablen Oculus in beiden Räumen um. Im hinteren Raum (Schlafzimmer) finde ich in einer Kleidertruhe den Vampir. Rondrigo und mir gelingt es überraschend leicht, den Vampir auszuschalten. Wir bringen den Leichnam raus und ich untersuche ihn. Er hat keine spitzen Zähne, kann also nicht mittels Biss seine Opfer aussaugen. Das erklärt die Messerangriffe und Verstümmelungen seiner Opfer. Am Hals hat er die typischen Biss-Male, aber im Gegensatz zu Vampiren, denen wir bisher begegnet sind, hat dieser nicht die Regenerationskraft und alle von uns geschlagenen Wunden sind noch vorhanden. Der Holz-Prügel, den Gryox mir gebaut hat, hat aber keine besondere Wirkung entfalten. Erste Zweifel kommen auf, ob das wirklich ein Vampir war oder wir nicht doch einen Unschuldigen erwischt haben. Aurelia will ihn als Geschöpf des Namenlosen verbrennen und beginnt mir Rondrigo und Armatio aus dem Schuppen Holz für einen Scheiterhaufen aufzuschütten. Ich schau mich in der Hütte um und finde für alle warme Felldecken. Derweil hat sich der Vampir erhoben und versucht zu flüchten. Sagte ich nicht, dass das zu einfach war? Meine Kirche hat wohl ein Glaubwürdigkeitsproblem – und damit auch ich! Weit kommt er aber nicht. Als Aurelia mich ruft und ich dazu komme, ist der Kampf schon beendet und ich kann nur noch die Reste untersuchen. Jetzt sind seine Wunden aus dem Kampf im Haus verheilt, soweit man das mit den neuen Wunden sehen kann. Mir kommt der Gedanke, das hier war möglicherweise ein Mindervampir. Leider kann ich mich nicht mehr an die Details erinnern, die ich zu den Mindervampiren gelesen habe. Der Vampir wird geköpft und auf dem  Scheiterhaufen verbrannt, dann verschließt Anjun die Hütte und wir kehren nach Baliho zurück.

Das war zu einfach. Viel zu einfach. Bist du dir sicher, dass wir den Mörder gefunden haben? Hatte das eine Opfer nicht Bisspuren am Hals? Hast du diese nicht sogar gefunden? Kann er es dann gewesen sein? Ich zweifle. Das war zu einfach. Viel zu einfach.

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