Brief aus Baliho
Brief aus Baliho

Brief aus Baliho

An Armatio Leomut von Dunkelstein, Gareth

Gegeben im Travia 1016 BF zu Baliho

Werter Armatio,

ein Traviabund hat mich und meine Gefährten nach Baliho geführt und nun sind wir im Auftrag des Herzogs unterwegs. Hier passieren merkwürdige Dinge. Menschen verschwinden. Tauchen nicht mehr auf oder wenn sie es tun, scheuen sie das Sonnenlicht und zerfallen zu Staub. Mein Sonnenszepter ist wirkungslos gegen sie, lediglich die Macht meines Herrn vermag sie zu zerschmettern. Orks haben einen Praios-Tempel geschändet und der Geweihte hat daraufhin meinem Herrn den Rücken gekehrt. Meine Gefährten haben ihn zur Räson gebracht, zumindest kurzzeitig. Und der Herzog vertraut uns wohl mehr als seinem eigenen Adel. Nun ja, nach den Ereignissen in Dragenfeld ist das genaugenommen kaum verwunderlich. Zwar sind wir uns sicher, was mit den Menschen hier passiert ist, aber keiner von uns hat eine Idee warum oder gar wer dahintersteckt. Wobei, ich habe da eine Vermutung, aber die wollen die anderen nicht hören. Ich glaube fest daran, dass Liscom von Fasar dahintersteckt. Damals in der Gor sind wir ihm zum ersten Mal begegnet. Wir töteten ihn, zumindest hatten wir das alle gedacht. Dann sahen wir ihn in Dragenfeld wieder. Ich glaube, er steckt auch dieses Mal dahinter – obgleich ich seinen Schädel in meinen eigenen Händen gehalten habe, aber vermutlich hält auch das so einen verdorbenen, frevlerischen Geist nicht auf. Der Plan, den er in Dragenfeld verfolgt hat, ist ihm durch unser Eingreifen nur teilweise geglückt, aber er wird vollenden wollen, was er begonnen hat. Ganz gleich wie. Um welchen Preis auch immer.

Zwei unserer besten Kämpfer – neben Rondrigo von Sankt Parinor natürlich – müssen dringend nach Hause. Sie können nicht länger bleiben. Sie wollten nur zum Traviabund kommen. Sie werden uns fehlen. Meine Kirche wird niemanden schicken, ist noch zu sehr mit sich selbst beschäftigt und wenn, dann würden es nur Bannstrahler sein und du weißt, wie sehr ich diese verabscheue. Zudem ist es Winter. Es ist erbärmlich kalt und niemand sollte sich bei dieser Witterung draußen herumtreiben müssen. Mein Herr wird uns beistehen. Dies ist unser Schicksal. Unsere Bestimmung. Ein jeder gibt, was er zu geben hat. Die Zeit wird zeigen, ob es genügt. Und ja, ich wünschte, Du wärest hier und würdest mir mal wieder aus diesem ganzen Schlamassel helfen – wie früher.

Praios mit Dir!

Aurelia Glorificata von Gareth

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