Olporter Tagebuch – Alptraum – 30. Ing. 1015
Olporter Tagebuch – Alptraum – 30. Ing. 1015

Olporter Tagebuch – Alptraum – 30. Ing. 1015

Am Morgen werde ich ruppig von einer schimpfenden Aurelia geweckt. Das hat sie schon deutlich zärtlicher hinbekommen. Sie ist aufgebracht, weil sich Rondrigo in einem Traum getötet hat, was ihn auch in der Realität auf den Weg über das Nirgendmeer geschickt hat. Mich haben sie aufgrund Vayahs Zauber nicht wecken können, sodass ich zu Aurelias Verärgerung nicht eingreifen konnte. Aber Rorlik und Vayah konnten schnell genug eingreifen und ihn zurückholen, ehe seine Seele die Reise angetreten ist. Der Arme ist blutüberströmt und berichtet, dass er in seinem Traum in einer unwirklichen Wüstenlandschaft gegen eine vermummte Gestalt hat kämpfen müssen, die irgendwann die Maske verloren hat und sich als – ebenfalls – Rondrigo erwiesen hat. Sie haben im Traum lange gekämpft, wobei das Spiegelbild auch Magie einsetzen konnte. Am Ende konnte er sein Spiegelbild mit einem Stich ins Herz töten, nur dass er damit auch sich getötet hat, bis in die Realität.

Nota Scienta: Wie können Träume auf die Realität wirken, besonders da hier keine Magie direkt wirkt?

Wir brechen auf, weiter durch eine geschundene Welt. Die wenigen Tiere, die wir noch sehen, versuchen zu fliehen und selbst die Bäume wirken, als ob sie fliehen wollen. Selbst die Farben wirken am Boden verblasst. Es scheint, als ob die Zeit beschlossen hat, schneller voranzuschreiten. Wir scheinen schneller zu altern, das Laub am Boden vergeht beim Zusehen, selbst ein totes, verzerrtes Rehkitz hat keinen Ungezieferbefall, da das Zeugs wohl schon gestorben ist.

An der Wegkreuzung nach Zollhaus weigern sich die Pferde, noch einen Schritt zu gehen und wir entlassen sie. Unter Tränen entlässt Gryox seinen kleinen Begleiter, einen Marder. Wir schleppen uns zu Fuß weiter, bis es dunkel wird. Auch wenn wir müde sind, versuchen wir uns weiter zu schleppen. Als Aurelia die Augen zufallen, stützen Rorlik und ich sie. Schließlich übermannt mich der Schlaf im Gehen.

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