Ich bin am Ende der Welt und am Ende der Zeit, die Berge sind geschmolzen, Meere und Erde sind vergangen und verdorben. Die Welt ist tot und ich bin alleine mit meinem Hass und meiner Wut. Ich sende meinen Hass aus und warte, Äonen. Dann gebe ich meinem Hass Gestalt, Monster, Dämonen, Zaubersprüche, wecke das Unsagbare. Nichts, nur Leere. Dann kehrt mein Hass zurück und schlägt auf mich ein, beginnt mich zu erwürgen.
Ich schnappe nach Luft, da kann mich gerade noch rechtzeitig Aurelia wecken. Rondrigo hat mehr Probleme damit, Rorlik zu wecken, der im selben Traum gefangen ist. Selbst wach bin ich noch voller Hass auf die Welt, mich, jeden, das Sein. Es braucht einige Zeit, bis dieser Zorn vergeht. Wer ist so voller Hass, dass er die Welt vernichten möchte?
Für uns ist die Nacht zu Ende, auch wenn sie nicht erholsam war. So stolpern wir weiter. Auf dem Weg finden wir ein Flüchtlingslager aus Dragenfels, keine Kinder, viele Alte, die jüngsten wirken wie 25, sind aber sehr schnell gealterte Säuglinge, die nur am Boden krabbeln können. Von den Flüchtlingen erfahren wir einiges:
- Schuld ist die Tsa-Geweihte Laniare
- Dragenfels ist von Tsa verflucht
- Die Geweihte hat ein Ritual in einer merkwürdigen Sprache gewirkt (später wird klar, es war Selemia)
- Die Früchte wurden schneller reif
- Kinder kamen bereits nach 5 Monaten zur Welt, oft missgestaltet, oft überlebten die Mütter die Geburt nicht
- Bäume und Sträucher verkrüppelten
- Fünf Dörfler sind verschwunden (erneut finden wir Spuren auf verschwundene Personen – sammelt hier jemand Seelen?)
- Sie haben die frevlerische Geweihte verbrannt, aber es hat den Schrecken nicht gestoppt
- Kinder mit drei Köpfen wurden geboren
- Junge Männer alterten zu Greisen in Augenblicken
- Korobar, der Schrecken der Tobimora wurde gesichtet
- Nachts bewachen Skelette den Wehrturm in der Nähe des Dorfes
- Der Turm gehört dem örtlichen Adel, ist aber seit Langem verlassen
- Ein Fremder, Hamid ben Seyshaban, hat den Turm bezogen und wieder hergerichtet – den Namen haben wir bereits in Baliho gefunden, dort hat er die Fasarer Orakelsprüche aus einem Buch in der Bibliothek entfernt
- Eine Dörflerin ist in der Nacht verschwunden
- Die Dörfler träumen auch, mit all den schrecklichen Folgen
Nota Scienta: Fasarer Orakelsprüche – wir sind erneut auf sie gestoßen und sie scheinen für die Ereignisse eine Bedeutung zu haben.
Aurelia spricht ein Gebet für uns und die Dörfler. Sie fassen neuen Mut und wollen so schnell wie möglich weiter reisen. Seit unserer Ankunft sind etwa 10 Dörfler am Alter verstorben. Auch wenn sie jetzt schnell aufbrechen, bezweifle ich, dass sie noch irgendwo ankommen werden. Und ich glaube auch nicht, dass wir das überleben. Zurück können wir nicht, auf dem Weg würden wir an Alter sterben, also weiter voran ins Zentrum des Schreckens.
Auf dem Weg diskutieren wir die Ereignisse und kommen zur Erkenntnis, dass die Tsa-Geweihte am Ende ihren Frevel bereut haben muss und von Tsa wieder angenommen worden ist. Ich hab die Idee, dass Fussel unsere Reise beschleunigt, selbst Aurelia stimmt diesem Vorschlag zu. Aber Fussel hat das Fell verlassen – keine Zeit für eine Analyse. Vermutlich hat die beschleunigte Zeit seine vereinbarte Zeit im Fell längst überschritten. Das Fell ist inzwischen auch so alt und zerfallen, ich lasse es zurück.
Auf dem Weg begegnet uns eine Rotte Goblins, sie sind vom Alter gezeichnet. Ihre Schamanin Jamutan berichtet uns von ihren Visionen: Ein böser menschlicher Schamane aus der schwarzen Sichel ist im Turm in Dragenfels und quält das Land. Sie wünscht uns Glück und gibt uns den Segen ihrer Göttin, der Muttersau, mit. Nur Rorlik mag den Segen nicht erhalten.
Endlich – gegen Abend erreichen wir Dragenfels. Das Dorf ist wie erwartet vom Alter zerfressen. Der Bach ist ausgetrocknet, die Häuser beinahe nur noch Ruinen, auf dem Marktplatz sind die Reste eines Scheiterhaufens zu sehen. Aber der Tsatempel ist nicht mitgenommen, sondern wurde von der ewig jungen Göttin geschützt. Er strahlt in farbenfroher Pracht Zuversicht aus. Wir beschließen den Tempel aufzusuchen und dort Kraft zu tanken. Unterwegs beobachten wir:
- In einer Schmiede ist alles Eisen vom Alter rostzerfressen
- Ein Gasthaus mit zerbrochenen Tischen, Reste von Leichen dazwischen, die Menschen sind hier scheinbar im Gasthaus von der Zeit dahingerafft worden
- Wir altern immer schneller
- Der Geist eines Kindes sitzt am Straßenrand und spielt mit einem Kreisel, altert, bis er stirbt und vergeht, bleibt aber als Kindergeist da
- Vor Gryox beginnt die Erde zu bluten wie aus einer Wunde
- Im Haus des Vogtes ist der steinerne Kamin zu sehen. Darin ist der Geist einer Frau am Scheiterhaufen, die anklagend auf den Turm zeigt
Wir erreichen den Tempel und augenblicklich spüren wir Erleichterung. Der Tempel hat den Änderungen des Zeitflusses getrotzt, lediglich ein paar Fenster sind mit Steinen eingeworfen worden. Am Altar brennen zwei ewige Lichter. Wandbilder im Ganzen zeigen die unterschiedlichsten Motive, z.B. eine Bergkuppe, die wir auch aus dem Fenster sehen könne, oder wie Tsa den Elfen den Zauber der Regenbogenbrücke schenkt.
Nota Patria: Diese Herkunft des Solidirid war mir nicht bekannt
In der Sakristei finden wir ein Kästchen mit 2 Heiltränken und 3 Tränken, die nach Aufschrift Tränke des Lebens sein müssen. Damit können wir die Last des Alters zurückdrehen. Ist nur noch fraglich, wann wir die nehmen. Außerdem müssen wir vorsichtig sein bei der Aufteilung, dass jeder genug erhält. In einem Versteck im Boden finden wir 3 Magiebücher:
- Codex Saruis in Zelemja verfasst
- Die fünf arkanen Kapitel Hrangar betreffend
- Liber Zhamoricam per Satinav in Zelemja verfasst
Der Code ist sehr zerlesen und enthält Kommentare in zwei Handschriften, die der Tsageweihten und eine, die uns an die Notizen von Liscom erinnert. Ist hier einer seiner Schüler, etwa der Zwerg, aktiv und versucht wieder Borbarad zu erwecken?
Wir finden noch eine Vokabeltabelle Garethi – Zelemja, die zeigt, dass zwei der Bücher eben dieser Sprache verfasst sind, die Vokabeltabelle stecke ich ein. Auch finden wir das Tagebuch der Geweihten Lamiare. Das zeigt ihren Frevel sowie die Erkenntnis dieses Frevels, ihren Weg zurück und ihren Tod
- 1010 trat sie mit Freude den Dienst im Tempel Dragenfels an
- Im Laufe der Zeit schwindet ihre Zuversicht, da sie mit ihren neuen Ideen an der Dickköpfigkeit der Weidener scheitert
- Seit 1012 hat sie Kontakt mit Hamid ben Seyshaban, der ihr den Code Sauris zukommen lässt
- Die gemeinsame Buchstudie mit Hamid überzeugt sie von der echsischen – hrangar – Sicht auf Tsa, die sie nun echsisch als Z’zah schreibt, sie verwendet auch erste Glyphen
- Ende 1013 übernimmt Hamid den Turm, renoviert ihn und sucht Kontakt zu Laniare
- Laniare fühlt sich zu Hamid hingezogen
- Hamid gibt sich als Geweihter des Satinav aus – hier explodiert Aurelia erwartungsgemäß
- Hamid offenbart ihr, dass er ihr Wege zeigen kann, den Willen und das Wirken Tsas besser unter die Menschen zu bringen. Dazu studieren sie gemeinsam das Liber Zhamoricam
- Hamid offenbart die Kraft Satinavs (als seines Gottes), indem er kurz die Zeit anhält
- Hamid lehrt sie eine Frühlingsanrufung für den ersten Tsa, um Tsas Segen auf das Dorf herabzuholen (man beachte das Datum, seit dem Tag ist das Land gequält, Tiere unruhig, …)
- Sie zweifelt, da es mehr wie eine Satinav-Anrufung wirkt, führt es aber doch durch
- Zuerst ist die Wirkung phänomenal: Die Früchte wachsen schneller und werden größer
- Mit der Zeit werden die Folgen des Rituals immer stärker und Laniare beginnt zu zweifeln
- Schließlich wird ihr bewusst, dass dies keine Nebenwirkungen sind, sondern der eigentliche Sinn des Rituals und sie von Hamid hintergangen worden ist
- Sie kehr zu Tsa zurück und passt auch die Schreibweise wieder an
- Sie bereut ihren Frevel zutiefst und beginnt Tränke zu brauen, um das Dorf zu schützen
- Letzter Eintrag: Sie beschließt, Hamid ben Seyshaban zu stoppen, doch die Dörfler geben ihr und ihrem Ritual die Schuld und sammeln sich vor dem Tempel
Das Ganze lässt nur einen Schluss zu. Hamid ben Seyshaban hat sie in einen Dämonenpakt geführt, aus dem sie sich am Ende lösen konnte, anderenfalls hätte sie keine Liturgie wirken können.
Wir sammeln Kraft, erholen uns, essen etwas und beten vor dem Altar. Ein Blick auf den Himmel zeigt die Sternenkonstellation. Heute ist der ideale Zeitpunkt für ein Ritual, dass die Zeit manipuliert. Wir müssen also noch in der Nacht los, den Schergen stoppen, sonst ist es zu spät und wir würden morgen in einer anderen Welt erwachen. Einer Welt, die nichts Gutes verheißen würde.