Das erste Abenteuer, das wir mit der Spielerkonstellation für die sieben Gezeichneten gespielt haben, war „Staub und Sterne“. Es sollte vor allem zwei Dingen dienen:
- Die Spieler sollten eine Gelegenheit haben, ihre Charaktere kennenzulernen, bevor wir mit der eigentlichen Kampagne beginnen, um gegebenenfalls noch Anpassungen umzusetzen oder auch, wenn notwendig, einen anderen Charakter zu bauen. Die Abenteuerpunkte aus Staub und Sterne wären außerdem noch ein nettes Sümmchen, um noch das eine oder andere Talent oder Zauber zu steigern, neu zu lernen oder auch noch Sonderfertigkeiten zu lernen etc.
Außerdem gibt es so die Gelegenheit, dass die Charaktere bereits als Gruppe zusammenfinden und wir sehen können, ob und wie die Charaktere in einer Gruppe funktionieren. - Staub und Sterne ist als Hintergrundband für die Kampagne sehr interessant. Ich will hier noch nicht zu viel erzählen warum und wieso (das wird dann später mal editiert 🙂 ), aber es gibt auf mehr als einer Ebene Verknüpfungen zur späteren Kampagne, die ich gerne nutzen wollte.
Das Kennenlernen der Charaktere untereinander fand statt im Rahmen des Gauklerfestes in Khunchom – für den Zweck eigentlich sehr gut geeignet, um in entspannter Atmosphäre Charakterspiel zu betreiben. Die Spieler fanden langsam in ihre Charaktere, aber das Charakterspiel entwickelte sich langsam und erste Ansätze gemeinsamen Spiels ergaben sich. Ich hatte den Spielern angemerkt, dass sie sich erst in ihre Charaktere finden mussten.
Nach dem ersten Kennenlernen und einzelnen Szenen, in denen die einzelnen Charaktere zum Vorschein traten, nahmen die Ereignisse dann ihren Lauf. Die da Merinals tauchten auf, berichteten von dne Ereignissen auf der Reise – und die Helden stürzten sich auf das Abenteuer. Fein.
Gemeinsam mit Bukhar und Rafim reisten die Helden in Richtung der Gor. Stückchenweise fanden die Charaktere weiter zueinander und ersre Anzeichen einer Gruppendynamik entwickelten sich, stückchenweise fand auch Bukhar seine Erinnerung wieder, was natürlich zunehmend dazu führte, dass die Spieler über die wahre Natur des Geschichtenerzählers rätselten.
Im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass ich die Gor noch drastischer hätte darstellen können – ich hatte nicht das Gefühl, dass die Spieler wahrgenommen haben, wie gefährlich die Gor ist. Und welche Bedeutung ihr inne wohnt. Geistige Notiz an mich: hier mehr darauf achten zukünftig.
Die Helden reisten also zuerst die Reiseroute der da Merinals entlang, nachdem sie vorab in Khunchom noch Nachforschungen anstellten. Hier war am Anfang blinder Aktionismus bei den Charakteren und auch den Spielern wahrnehmbar, die am liebsten sofort losgereist wären. Durch gutes Zureden ließen sich die Spieler dann doch davon überzeugen, vor dem Aufbruch Recherche zu betreiben – über die da Merinals, die Gor und weitere Hintergründe. Sonst wären sie vermutlich in der Gor ziemlich verloren gewesen. Ich bin gespannt, ob das im Lauf der Kampagne so bleibt oder die Spieler und Charaktere dadurch ein wenig gelernt haben.
In Liscoms Tal inmitten der Gor schlußendlich angekommen waren sowohl Spieler als auch Charaktere am Anfang zögerlich unterwegs, dies galt auch für die Reise vorab. Ich vermute allerdings, dass das auch daran lag, dass die Spieler mit ihren Charakteren noch warm werden mussten. Risikominimierung war vielleicht ein weiterer Faktor? Daran werden wir noch arbeiten, die Charaktere sind schließlich die Helden – da wird niemand anders kommen, der für sie die Kastanien aus dem Feuer holt. Aber das wird schon, Hoffe ich.
Das Abenteuer läuft dann auf die Ereignisse in Liscoms Turm zu. Die Hintergrundinfos, die man als SL dazu bekommt, widersprechen sich hier und da, zumindest aus meiner Wahrnehmung. Ein paar Dinge muss man als SL nachjustieren bzw. je nach Vorgehensweise der Spieler anpassen, aber das ist ja normal 🙂 Eigen ist vielen dieser offiziellen Abenteuer, dass sie – um es vorsichtig zu sagen – sehr geradlinig verlaufen. Das kann man mögen, muss es aber nicht. Wenn man es nicht mag muss man als SL darauf achten, dass sich die Charaktere nicht zu sehr der Bahntrasse entlang bewegen und sie trotz allem das Gefühl haben, dass sie entscheiden, was passiert. Ob mir das immer gut gelungen ist? Gute Frage, das können die Spieler hier gerne kommentieren 🙂
Im Großen und ganzen hat „Staub und Sterne“ erfüllt, wozu es gedacht war. Die Spieler konnten ihre Charaktere kennenlernen – sowohl selbst als auch untereinander. Sie haben sich als Gruppe zusammengefunden und eine erste Gruppendynamik entwickelt. Und sie haben die Hintergründe aus dem Abenteuer mit in die Kampagne genommen.
Ich wünsche mir insgesamt noch mehr Charakterspiel und Eigeninitiative auf Spielerseite und hoffe darauf, dass die Spieler auch ein Interesse daran haben, sich mit den Hintergründen zu beschäftigen. Als SL werde ich vor allem darauf achten, dass wir nicht zu sehr mit der Bahn unterwegs sind, wenn es sich vermeiden lässt. und es das Gefühl von Handlungsalternativen gibt. Für die Kampagne wird es nun wichtig sein, das richtige Verhältnis aus Pathos und normalem Spiel zu finden und nicht zu sehr auf der Epik der Kampagne rumzureiten, auf der anderen Seite aber auch klarzumachen, was da passiert. Ah, das wird wunderbar werden 🙂