Der Zorn des Bären – Spielbericht (Teil II)
Der Zorn des Bären – Spielbericht (Teil II)

Der Zorn des Bären – Spielbericht (Teil II)

Und so habe ich es geleitet


Der Einstieg
Im Abenteuer ist es vorgesehen, dass die Helden in einem Gasthaus sitzen und bei einem Schleiertanz zusehen, dabei fällt einem Helden plötzlich ein, dass er da ja jemand kennt, die diesen Tanz deutlich besser kann: Baronin Mirhiban. Nun beschließen die Helden, sie zu besuchen.
Gut, dass kann man schon so machen, besser wäre es allerdings den Helden einen wirklich guten Grund zu geben sich im nahenden bornländischen Winter auf eine Reise nach Pervin zu machen, zumal sie im oben genannten Fall ja nicht einmal sicher sein können, das sich die Baronin, die viel auf Reisen ist, auch wirklich in ihrer Baronie aufhält. Von der gefährlichen Reise von Festum aus durch die Rotaugensümpfe mal abgesehen.
Bei mir wurden die Helden von einer Rahja-Geweihten angeworben, sie nach Pervin zu ihrer Freundin Mirhiban zu begleiten. Nicht nur, dass die Baronin die Geweihte eingeladen hat, sondern die Geweihte soll sich auch mit der Baronin über ihren Plan einen Tempel der Schönen Göttin zu errichten unterhalten. Die Helden haben also einen plausiblen Grund, aufzubrechen.
Klar, diese Idee ist sicher noch ausbaufähig und ganz gewiss nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie hat ihren Dienst getan.

Erster Auftritt des Bären
Die Helden werden am frühen Morgen, dem Morgen nach ihrer Ankunft, geweckt. Ein riesiger Bär hat einen Hof überfallen und eine Kuh fortgeschleift. Dass ein 4 Schritt großer Bär kein normaler Bär ist, haben meine SpielerInnen bereits beim ersten Aufeinandertreffen verstanden. Einer der Helden war nach dem Kampf mit dem Bären schwer verletzt, zudem war es bereits spät und der Fels, auf dem sie den Bären niedergestreckt hatte, war unwegig und schwer zugänglich und nur daher ließen sie ihn dort zurück. Bereits jetzt vermuteten sie, dass es sich bei dem Bären um einen Menschen handelte. Für einen normalen Bären war er einfach viel zu groß! Ich ließ sie würfeln. Den Helden waren Sagen & Legenden von Menschen in Bärengestalt bekannt. Ich zog die irdischen Märchen der Gebrüder Grimm »Der Bärenhäuter« und »Schneeweißchen und Rosenrot« heran. Referenzen zu diesen oder ähnlichen Märchen gab es im Abenteuer nicht. Im Übrigen wurde dort auch vorgeschlagen, den Bären beim ersten Aufeinandertreffen in eine unzugängliche Spalte stürzen zu lassen.

Zweiter Auftritt des Bären
Nun kehren die Helden zum Haus der Baronin zurück. Nachdem einer der Helden mittels der Peraine-Geweihten aus Pervin geheilt worden war, griff der Bär noch einmal am selben Tag an. Auch dieses Mal streckten sie ihn nieder. Jetzt waren die HeldInnen sich sicher, dass mit dem Bären etwas ganz und gar nicht stimmte. Denn es war eben jener Bär, den sie bereits zuvor erlegt hatten. Dessen konnten sie sich sicher sein, denn zum einen konnte es wohl kaum mehrere dieser riesigen Bären geben und zum anderen hatten sie Klauen und Zähne als Trophäen mitgenommen – diese fehlten ihm, so wie auch das Auge, das der Jäger mit seinem Pfeil getroffen hatte. Entsetzt mussten sie auch feststellen, dass die Wunden des Bären, die sie ihm bei der ersten Auseinandersetzung zugefügt hatten, angefangen hatten zu heilen. Und genau das ist die Erklärung, die ich für das wiederholte Auftreten des Bären habe. Problem war jetzt allerdings, dass sie den Bären nicht mehr aus den Augen lassen wollten. Die Vermutung, dass er eigentlich ein Mensch war, wurde stärke, doch die Helden waren sich uneins, was sie jetzt mit ihm machen sollten. Anzumerken ist dabei, dass ganz gleich, was sie mit dem Bären gemacht hätten, er wäre wiedergekommen. Selbst wenn sie ihn verbrannt und die Asche verstreut hätten, ja selbst dann wäre er zurückgekommen, es hätte eben etwas länger gedauert und das Abenteuer will es so.

Die Helden haben bei dem Bären im Vorgarten der Baronin Wache gehalten. Sie wollte ihn nicht aus den Augen lassen. Das hat mich natürlich vor Probleme gestellt, denn da war ja noch diese Angelegenheit mit dem Winterbold. Dieser ist nämlich in der Nacht gestohlen worden und da das großes Unglück für das kleine Dörfchen bedeutet, muss dieser natürlich zurückgeholt werden – außerdem hatten die Helden davor schon davon gesprochen, beim Schutz des Winterboldes zu helfen. Nun muss er also wiederbeschafft werden. Doch wie sollte ich die Spieler nun endlich vom Bären loseisen? Einen so großen Käfig gab es nicht. Den von mir ins Spiel gebrachten Sandkeller schlugen sie ebenso aus wie Ketten, die möglicherweise die Schmiedin für sie hatte. Na ja gut, die SpielerInnen haben den Braten eben gerochen. Guter Rat war teuer und so griff ich auf den Apothecarius in Pervin zurück, der hat den Helden für den Bären nämlich ein starkes Schlafmittel gemacht. Jaaaa, und das tut mir für meine SpielerInnen leid, es hat den Bären nicht lange lahmgelegt, er ist entkommen (und ich glaube meine SpielerInnen war das auch klar).

Der alte Arlin & die alte Lutra
Nun versuchten sie Erkundigungen in Pervin einzuholen. Eine Anlaufstelle war der Peraine-Tempel, denn sie eigentlich wegen einer erneuten Heilung des Krieges aufsuchen hatten wollen. Dort trafen sie auf einen alten, verwirrten Mann, der einst Jäger gewesen war und sich an die Legende um Jasu Hus erinnerte. Aber an jene Variante, in der sich der nivesische Jäger Jasu Hus Firuns Zorn auf sich gezogen hatte und von diesem zur Strafe in einen Bären verwandelt worden war. Die milde Herrin Ifirn jedoch fügte es so, dass er erlöst werden konnte – und zwar durch seine Braut. Weder der alte Mann, noch die Milde von Ifirn sind Teil des ursprünglichen Abenteuers.

Eine weitere Anlaufstelle war Lutra, die alte Korbmacherin. Die alte Frau, die schon wieder im Sterben lag, wusste eine andere Sage zu berichten. Während das Abenteuer ganz klar sagte, dass nur diese die richtige war, habe ich das anders gehalten. Warum nur auf eine Sage beschränken? Und diese Sage ging so: Nia Las (bei mir Nessa Las; die Heldin in meiner Gruppe war so durch und durch keine Nivesin) wurde dazu verführt von ihrem zukünftigen Gatten zu verlangen, dass sie nur den stärksten Mann heiraten würde. Der stärkste Mann war, offensichtlich, ein Bär. So bat also Jasu Hus den Herrn Firun darum, ein Bär zu sein. Der erfüllte ihm diesen Wunsch, aber das war dann Nia Las auch wieder nicht recht – Frauen eben! Die Herrin Ifirn fügte es wieder, dass nur seine Braut ihn erlösen könne. Doch die alte Lutra kannte die Legende nur teilweise und verwies auf das kleine Dorf außerhalb Pervins mit den Nivesen, denn von ihnen habe sie diese Sage erfahren. Einen Hinweis gab sie auch noch: Wie wohl diese Nia Las ausgesehen habe? Wobei, eigentlich habe ich ungeschickterweise selber mit ihr formuliert, dass Jasu Hus sich ganz sicher nach all den Götterläufen gar nicht mehr an ihr Äußeres erinnere und er jede hübsche Frau in einem nivesischen Brautkleid als seine Liebste erkennen würde.

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